Inhalt:
- Erstellung der Textur
- Freistellen der Textur
- Nachbessern des Bildes
- Größe ändern und Bild zurecht drehen
- Speichern unserer Colormap
- Erstellung der Alphamap
- Erstellung der Bumpmap
Dieses Tutorial soll veranschaulichen wie man einen Farn in Blender mit
Hilfe von UV-Texturen erstellen kann.
Voraussetzungen für dieses Tutorial ist der Umgang mit der Oberfläche von Blender.
Da dieser Lehrgang sehr 2D lastig ist, sollte man auch mit der Oberfläche
von Adobe Photoshop oder Gimp vertraut sein. Nicht zwingend erforderlich ist ein
Flachbettscanner oder Digitalkamera sowie ein Wald mit ausreichendem Farnbestand.
Das Ziel ist es, den Umgang mit Texturen zu verbessern und einen kleinen Einblick
in die UV-Texturierung zu gewinnen.
Photoshop wird zu Gunsten der Übersichtlichkeit im weiteren Verlauf dieses
Tutorials mit PS abgekürzt.
1. Erstellung der Textur
Zu erst müssen wir uns um die Textur kümmern. Dazu gehen wir in den Wald und suchen
uns ein schönes Farnblatt, welches wir mit nach Hause nehmen, um es da dann mit
weißem Hintergrund einzuscannen bzw. mit einer Digicam zu fotografieren.
Man sollte dabei aber nicht zu lange rumtrödeln, denn die Blätter welken an einem
heißen Sommertag sehr schnell und sind dann unbrauchbar.
Wer sich nicht zwischen Digicam oder Flachbettscanner entscheiden kann sollte sich
für den Scanner entscheiden, da man da eine bessere Ausleuchtung und Ausrichtung hat.
Für alle die, die eine gute Ausrede haben, nicht in den Wald zu gehen, habe ich ein
Bild vorbereitet.
farn_scan.zip (941kB)
2. Freistellen der Textur
Nun wird der weiße Hintergrund entfernt.
In Photoshop sowie Gimp öffnen wir das Bild und duplizieren die Hintergrundebene,
die Original Hintergrundebene löschen wir.
So nun geht's los, wir zoomen ein wenig ins Bild und in
PS gehen wir auf Auswahl->Farbbereich auswählen, klicken mit der Maus, welche sich zu
Pipette verändert auf den weißen Hintergrund des Bildes. Bei Auswahlvorschau stellen
wir am Besten Graustufen ein. Mit dem Toleranzschieberegler stellen wir das so ein,
das dass Farnblatt ganz schwarz bleib, jedoch möglichst alle Zwischenräume weiß sind
(zB. 130). Dann mit Okay bestätigen und mit der entfernen Taste die Auswahl löschen.
GIMP gehen wir auf Auswahl->Nach Farbe, den Schieberegler Schwelle auf
ca.114 Stellen und mit dem Zeiger auf den weißen Hintergrund klicken. Eventuell den
Schwellwert ändern und erneut auf den weißen Hintergrund Klicken, bis man mit der
Auswahl zufrieden ist. Dann auf Bearbeiten->Löschen.
3. Nachbessern des Bildes
Sollten die Blätter noch helle Ränder haben (kann man leichter erkennen
wenn man eine schwarze Ebene dahinter legt), wiederholen wir den letzten
Punkt, mit dem Unterschied, dass jetzt die störenden grauen Ränder
ausgewählt werden,
PS:
am besten dazu die Auswahlvorschau auf Ohne stellen und jetzt mit kleineren
Toleranzen arbeiten und dann die Auswahl erneut löschen. Bei manchen Stellen
mach es auch Sinn per Hand zu löschen (mit Radiergummitool, Modus: Pinsel).
GIMP:
dazu muss der Schwellwert sehr stark gesenkt werden, und Auswahl erneut löschen.
Bei manchen Stellen mach es auch Sinn per Hand zu löschen (mit Radiergummitool,
Pinsel: zB. Circle(03)).
4. Größe ändern und Bild zurecht drehen
In Blender sollten alle UV-Texturen Quadratisch sein, daher werden wir das Bild
entsprechend ändern.
PS:
Unter Bild->Arbeitsfläche... finden wir die benötigten Einstellungen, hier
stellen wir zwei gleiche Werte ein, wenn man jedoch das Bild noch drehen
muss, wie im Beispielfile, so sollte man einen höheren Wert wählen för das
Beispielfile 2400pixel.
Nun Drehen wir das Blatt, dazu unter Bearbeiten->Transformieren->Drehen wählen
und das Blatt gerade drehen, frei nach Augenmaß ;-)
Nun wird der überschüssige Rand entfernt. Dazu das Freistellungswerkzeug wählen
und mit gedrückter <Shift> Taste eine quadratische Auswahl ziehen, diese
Auswahl nun so verschieben, dass sich das Blatt komplett darin befindet. Die
Größe des Auswahlrahmens kann man an den Ecken verändern, dabei aber immer die
<Shift> Taste gedrückt halten!
Und mit <Enter> bestätigen.
GIMP:
Unter Bild->Leinwandgröße finden wir die benötigten Einstellungen, hier
stellen wir bei Leinwandgröße zwei gleiche Werte ein, wenn man jedoch das
Bild noch drehen muss, wie im Beispielfile, so sollte man einen höheren Wert
wählen für das Beispielfile 2400pixel, eventuell ist es nötig auf das
Kettensymbol zu klicken, jetzt noch auf den Zentrieren Button klicken
und abschließend auf den Größe ändern Button.
Nun Drehen wir das Blatt, dazu im Werkzeugfenster das Drehtool wählen
und das Blatt gerade drehen, frei nach Augenmaß ;-)
Nun wird der überschüssige Rand entfernt. Dazu das Bildzuschneiden Werkzeug
und ziehen eine Auswahl um unser Blatt, in der rechten oberen Ecke der Auswahl
ändert sich der Cursor und man kann den Auswahlrahmen verschieben, in der linken
oberen Ecke kann man die Größe der Auswahl ändern. Hat man das Blatt nun schön
eingerahmt, auf den Zuschneiden-Button klicken.
Da unser Bild nun nicht mehr quadratisch ist, müssen wir nun erneut
unter Bild->Leinwandgröße gehen.
Hier muss das Kettensymbol wieder getrennt sein, wenn nicht, einfach drauf
klicken. Nun gleichen wir hier die zwei Werte Breite, Höhe an indem wir
den kleineren Wert durch den größeren ersetzen, in unserem Fall wird der
Höhenwert größer sein, daher ändern wie die Breite auf diesen.
Auf den Zentrieren-Button klicken nicht vergessen und dann den Größe
ändern Button drücken.
5. Speichern unserer Colormap
So, nun sind wir mit unserem ersten map, genauer gesagt unserer Colormap fast fertig.
PS und GIMP:
Wir fügen einen neue Ebene (auf das Blattsymbol im Ebenenfenster klicken) und schieben
diese ganz nach unten im Ebenenfenster. Nun geben wir dieser Ebene eine grüne Farbe, dazu
einfach das Pipettenwerkzeug wählen und einen Grünton vom Blattrand aufnehmen. Mit dem
Füllwerkzeug nun diese Eben füllen.
So nun speichern wir unser Bild erst einmal ab(in PS als *.psd; in GIMP als *.xcf).
Damit wir das Bild als Textur nutzen können, muss es in einem von Blender lesbarem
Format sein, dazu speichern wir dieses Bild erneut als JPG ab.
PS:
Datei->Speichern unter und im Fenster bei Format JPEG einstellen, den Dateinamen
ändern wir auf „farn_colmap“ und klick auf Speichern. Nun werden wir aufgefordert
die Qualitätseinstellungen vorzunehmen. Den Schieberegler ganz nach rechts, bei
Format Optionen auf Mehrere Durchgänge und auf 4 stellen, okay und fertig.
GIMP:
Datei->Speichern unter und im Fenster auf Dateityp klicken und das JPEG-Bild einstellen,
den Dateinamen ändern wir auf „farn_colmap.jpg“ und klick auf Speichern. Es erscheint
ein Hinweisfenster, indem wir Exportieren klicken, nun werden wir aufgefordert die
Qualitätseinstellungen vorzunehmen. Den Schieberegler ganz nach rechts, okay und
fertig.
6. Erstellung der Alphamap
Diese Map benötigen wir später um Blender mitzuteilen welche Bereiche
in unserem Bild durchsichtig sprich transparent sein sollen und welche
nicht.
Blender arbeitet hier mit Graustufen Bilder, wobei Schwarz 100% und Weiß
0% Transparenz entspricht. Grundsätzlich ist es aber egal ob man Schwarz
oder Weiß für die 100% Transparenz nimmt, da man in Blender die Kanäle
umdrehen sprich Invertieren kann.
Wir erstellen eine neue Ebene, welche wir ganz in den Hintergrund legen
und färben diese Weiß und blenden die grüne Ebene aus, indem wir auf das
Auge der entsprechenden Ebene klicken.
Über diese Weiße Ebene fügen wir eine ein und füllen diese Schwarz.
Nun müssen wie zu Beginn mit Auswahl->Farbbereich auswählen in PS oder mit
Auswahl->Nach Farbe in GIMP eine Auswahl erstellen, anschließend wechseln
wir auf die Schwarze Ebene und löschen den Inhalt der Auswahl, wenn wir jetzt
den Blattlayer auch ausblenden sollten wir ein schwarzes Blatt auf weißem
Hintergrund haben.
Dieses Speichern wir ebenfalls als JPG ab und nennen die Datei „fran_alpha.jpg“.
7. Erstellung der Bumpmap
Damit unser Farnblatt später auch die richtige Oberflächenbeschaffenheit
bekommt benötigen wir eine Bumpmap. Wie auch bei der Alphamap handelt es
sich hier um ein Graustufenbild, indem statt des Alpha Wertes
Höheninformationen gespeichert werden. (zB. Weiß am Niedrigsten
und Schwarz am Höchsten)
Wir duplizieren die Ebene auf der sich unser Farnblatt befindet und
blenden den Originallayer sowie den Schwarzen Layer aus, so dass nur
mehr der Weiße und unser eben Duplizierter Layer sichtbar sind.
PS:
Nun wählen wir Filter->Stilisierungsfilter->Konturen finden. Dann gehen
wir auf Bild->Einstellen->Sättigung verringern.
GIMP:
Nun wählen wir Filter->Kanten finden->Kanten.... Hier haben wir die
Möglichkeit zwischen verschiedenen Algorithmus wählen, hier kann man
sich mit verschiedensten Einstellungsmöglichkeiten austoben, ich hab
mich spontan für Prewitt und Menge 2,5 entschieden.
Dann gehen wir auf Ebene->Farben->Sättigung entfernen
Jetzt sollten wir ein Schwarzweißes Blatt auf weißem Hintergrund erzeugt haben,
welches wir wieder als JPG unter dem Namen „farn_bumpmap.jpg“ abspeichern.
Außerdem sollte man jetzt seine PSD-Datei in PS bzw. seine XCF-Datei in GIMP
speichern, denn wir sind soweit mit unsere Texturerstellung fertig.
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